5.6  Der Schuss in den Rücken

Da geschah etwas, was mich noch heute, viele Jahre später, emotional auf die Palme bringt: Die Geschäftsführerin des Musikrats blockierte die Arbeit am Musikfest mit der Begründung, die Broschüre sei schlecht geschrieben und gestaltet! Beides ist nicht wahr. Der wahre Grund für diese Aktion liegt wahrscheinlich in der Dynamik, die ich entfaltet und im Erfolg, den ich damit gehabt hatte. Es rächte sich nun, was im Herbst 1996 passiert war, als Frau Bally in einer Sitzung fragte, ob wir uns vorstellen könnten, eine Arbeitsgruppe des Musikrates zu werden und wir das bejahten (ich selber habe es so protokolliert). Schwupp, damit hatte sie uns erwischt: Nun waren wir eine Arbeitsgruppe des Musikrates (allerdings – aber das merkte ich erst viel später – ohne dass der Vorstand des SMR oder wenigstens der Präsident überhaupt davon wusste, geschweige denn den Deal genehmigt hätte). Frau Bally war es gewohnt, dass man nach ihrer Pfeife tanzte, und so glaubte sie sich herausnehmen zu dürfen, unsere Arbeit zu blockieren. Vom Präsidenten, Jakob Stämpfli,  der am Gängelband von Frau Bally hing, war keine Hilfe zu erwarten. So konnte erst im September geklärt werden, dass die KMS das Musikfest autonom organisieren durfte.

Aber ich hatte genug und demissionierte als Projektleiter; hinfort betreute ich noch die Administration. Die Sponsoren hatten sich unterdessen weitgehend verflüchtigt. Ende Januar 1998 demissionierte ich auch als Administrator des Musikfestes und als Sekretär der KMS. Die Organisation des Musikfestes lag nun bei Hans Brupbacher.

Das Musikfest Jugend+Musik wurde am 20. Januar 1999 an einer Pressekonferenz in Bern lanciert und am 29. und 30. Mai in gegen 200 Festorten in der ganzen Schweiz gemäss dem von mir in der KMS eingebrachten Vorschlag durchgeführt, leider – der fehlenden Finaanzen wegen – nicht ganz konsequent.Dem Patronatskomitee gehörten neben Bundespräsidentin Ruth Dreifuss eine ganze Reihe von prominenten Persönlichkeiten aus Musik, Wirtschaft und Politik an. Ich hatte eine Riesenarbeit geleistet, aber es kam niemandem in den Sinn, mir dafür auch nur zu danken.