Klappentexte

Schafft die Hauptfächer ab!

Warum wirkt Musik so stark auf alle Menschen, und wie wirkt sie? Ist sie eine Himmelsmacht, wie die Alten vermu‑ teten, werden in ihr die Gesetze der Schöpfung zu Klängen? Warum empfinden alle Menschen reine Intervalle als schön? Solchen Fragen wird hier nachgespürt, und es finden sich erstaunliche Hinweise auf Zusammenhänge zwischen Musik und Mathematik, Geometrie, Architektur und Malerei.

Interessant ist die Verarbeitung von Musik im Gehirn. Sie spricht beide Hemisphären an und fördert so deren Zusammenarbeit. Harmonisches Zusammenwirken der beiden gleichwertigen, aber verschiedenartigen Hirnhälften, der eher rationalen linken und der eher intuitiven rechten, wäre heute dringend nötig und sollte bereits in der Schule geübt werden.

Leider ist das viel zu wenig der Fall. Unser Schulsystem beruht auf dem Prinzip der Selektion, und diese wird sehr einseitig gehandhabt, indem ausschliesslich kognitive und rationale, das heisst linkshemisphärische Kriterien (in den bisherigen Hauptfächern) zum Zug kommen. Die Folge ist ein einseitiges, einäugiges Bildungssystem in einer rational und hierarchisch aufgebauten Gesellschaft, die beide in diesem Zustand den komplexen Anforderungen der Zukunft kaum gewachsen sein werden.

Soll also die Selektion abgeschafft werden, oder könnte sie durch Erweiterung um nichtrationale Kriterien wie musische Qualitäten, Teamfähigkeit, Spielwitz und vernetztes Denken effizienter gemacht werden, indem so aus einem breiteren Angebot eine bessere Auswahl getroffen werden könnte? Eine solche Ausweitung der Selektionsbasis müsste sich wohltuend auf die Schulen auswirken. So könnten sie endlich zu Tempeln der Musse werden, was sie dem ursprüng‑ lichen Wortsinn entsprechend sein sollten. Das Büchlein versteht sich als ein positiver Diskussionsbeitrag zur 700‑Jahr‑Feier der Eidgenossenschaft und schliesst mit einer fröhlichen Vision einer künftigen Schule ohne Noten‑ und Examenstress.

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