5.5.4  Jugend+Musik 

Die Idee "Jugend+Musik" stammt von mir, sie ist mein "Kind". Ich habe sie entwickelt im Rahmen meiner Schulversuche mit erweitertem Musikunterricht (1972-1979 in Muri bei Bern und 1988-1991 als Nationalfonds-Projekt). In einer weiteren Öffentlichkeit habe ich die Idee 1992 erstmals vorgestellt, anlässlich der Auflösung der IASEM.

An der DV 1995 des Schweizer Musikrates in St. Gallen berichtete ich über Sondierungen mit J+S und erklärte, der Weg zu "Jugend+Musik" führe zwingend über einen Artikel in der Bundesverfassung. Im Februar 1996 hatte sich die KMS an der Vernehmlassung für die Revision der Bundesverfassung beteiligt mit dem von mir formulierten Vorschlag zu einem Verfassungsartikel über Musik, Turnen und Sport. Anlässlich der DV 1996 des Musikrates regte ich die Bildung einer Arbeitsgruppe "Jugend+Musik" an, die ich in der Folge leitete.

Im Sommer 1996 war meine Idee "Festtag Jugend+Musik" in der KMS auf guten Boden gefallen. Ich entwickelte ein Konzept und wurde zum Projektleiter gewählt.

5.5.4.1   Mein  Konzept-Entwurf:

EIN FESTTAG JUGEND + MUSIK           am 16./17. MAI 1998:  

Im Jubiläumsjahr 1998 werden wir mit berechtigter Freude und mit Stolz auf die Entwicklung unseres Bundesstaates zurückblicken, wir werden auch daran denken, dass die alten Strukturen, die dem neuen, demokratischen Geist im Weg standen, nicht schmerzfrei auflösen liessen. Bei den Problemen der Vergangenheit sollten wir aber nicht allzu lange verweilen und frischen Mutes in die Zukunft blicken.

Mit jugendlichem Schwung musikalisch in die Zukunft

An der Schwelle des dritten Jahrtausends braucht die Schweiz neue Impulse und frischen Wind. In diesem Sinne regt die Koordination Musikerziehung Schweiz KMS an, dass die musizierende Jugend der Schweiz unter dem Titel

Jugend + Musik                    am 16. und 17. Mai 1998 einen fröhlichen, zukunftsweisenden Akzent setzt.

Wir stellen uns vor, dass an diesem Wochenende in jeder grösseren Ortschaft der Schweiz Kinder und Jugendliche musizieren, tanzen und singen, auf Strassen und Plätzen, in Restaurants, Sälen und Kirchen. Sie zeigen mit ihrem freudigen Engagement, wie wichtig ihnen persönlich ihr Instrument, ihr Singen und Tanzen ist; und sie dokumentieren damit die kulturelle Bedeutung der Musik in der Schweiz. An diesem Riesenfest aus vielen kleinen Festen können alle auftreten, die sich mit Jugend-Musik befassen: Musikschulen, Jodlerchöre, Kirchenchöre, Popgruppen, Tanzgruppen, Konservatorien, Handharmonikagruppen, Jugendorchester, Jugendkantoreien, Steelbands, Singgruppen, Jugendchöre, Kinderchöre, Schulklassen, Blasmusiken, Brassbands etc.                  

Hilfe für die Organisatoren

Diese kleinen lokalen Musikfeste werden durch die örtlichen Musik-Vereine und die Musikschulen organisiert, wobei interessante Begleitveranstaltungen (z.B. Hör-Spiele, Instrumenten-Vorführungen, Wettbewerbe, Tombola, Verkauf von T-Shirts und Ansteckknöpfen, Aufführungen von Musicals und Ansprachen von Politikern) möglich sind.

Die KMS (sie umfasst alle Musikverbände, die sich ausschliesslich oder teilweise mit dem musikalischen Nachwuchs befassen) gibt den örtlichen Organisatoren Hilfestellungen, z.B. Muster-Artikel für die Lokalpresse, Plakat-Vordrucke, Referats-Unterlagen für Politiker, Muster-Programme, Hilfe bei der Suche nach Sponsoren. Sie sorgt für Artikel in den grossen Zeitungen und für Sendungen in Radio und Fernsehen. Sie wird in nächster Zeit ein Logo vorstellen.

5.5.4.2   Finanzierung

Die KMS sucht ein Patronat (z.B. Frau Bundesrätin Dreifuss) und einen Hauptsponsor (z.B. eine Versicherung oder eine Bank) für die Finanzierung ihrer übergeordneten Aufgaben. Die lokalen Organisatoren suchen ihrerseits lokale Sponsoren. Als Entgelt für die Unterstützung durch die KMS gehen 10% der Sponsorbeiträge in ein Sperrkonto der zu schaffenden Stiftung 'Jugend+Musik'. lm übrigen rechnen die lokalen Gruppen jedoch autonom ab und können über einen allfälligen Gewinn verfügen.

5.5.4.3 Eine Stiftung JUGEND+MUSIK

soll mit der Unterstützung ausgewählter Projekte die Entwicklung jugendlichen Musizierens in der ganzen Breite fördern. Das zu ihrer Gründung benötigte Kapital von Fr. 100'000.- könnte auf die geschilderte Weise aufgebracht werden.

Aufruf

Der Festtag Jugend+Musik ist eine wunderbare Gelegenheit, für die Sache der Musik und der Musikerziehung zu werben. Damit das gelingt, braucht es in jeder grösseren Ortschaft begeisterte (junge) Leute, welche die Organisation und die Koordination unter den Vereinen an die Hand nehmen. Deshalb rufen wir Musikschulen, Vereine und Schulen auf, den Ball aufzunehmen und sich mit dem Sekretariat der KMS (Ernst Waldemar Weber), Haldenau 20, 3074 Muri, Tel/Fax 031 951 16 41 in Verbindung zu setzen.

5.5.4.4 Ein Signet für Jugend + Musik

Wir planen einen Wettbewerb für ein kurzes, fröhliches Signet von höchstens vier Takten, das in verschiedener Besetzung gespielt und gesungen werden kann. Achten Sie im März und April auf die Ausschreibung in der Verbandspresse und in den grossen Zeitungen. Mitmachen können alle, vor allem auch Jugendliche.

5.5.4.5   Das Projekt

Der Ausschuss war von der Idee sehr angetan. Es wurde ein Unterausschuss gebildet (dabei waren nun auch Jürg Blaser vom EMV und Dr. Verena Nägeli), der sogleich an die Arbeit ging. Das Datum stand zur Diskussion, es wurden Logo-Entwürfe bestellt, Sponsoren gesucht. Am 13. Dezember 1996 wurde die Dokumentationsmappe der Arbeitsgruppe Jugend+Musik verteilt, und es wurden vorläufige Weichen gestellt. Am 13. Januar 1997 wurde ich als Projektleiter gewählt, die Konsultativgruppe aus Dr. Nägeli, Hans Brupbacher und mir bestimmt, das Informationskonzept Nägeli vorgestellt und genehmigt, das Datum auf 29./30. Mai 1999 verschoben, über einen Besuch von Brupbacher und mir bei der Credit Suisse berichtet und mein Konzept vorgestellt und (mit abgeänderten Daten) genehmigt.

Dieses Konzept formulierte zunächst den Grundgedanken: Ein Riesenfest aus vielen kleinen Festen mit öffentlichen Auftritten von jugendlichen Musikgruppen aller Stilrichtungen in allen grösseren Gemeinden der Schweiz am gleichen Tag.

Dann regelte esdie lokale Organisation der Anlässe in Absprache mit der Projektleitung, deren Hilfestellung bei der Abfassung Artikeln und Werbetexten und Plakat-Vordrucken, Vertragsentwürfen für Sponsoren, die Art der Abrechnung mit 10% der lokalen Sponsorbeiträge an Jugend+Musik. Es rief die lokalen Politiker zu Referaten zur erzieherischen und kulturellen Bedeutung der Musikpflege auf und er stellte die Entwicklung eines Logos durch einen Grafiker in Aussicht.

Die Arbeit der Projektleitung (Projektleiter als ausführendes Organ und zwei weiteren Personen) im Auftrag der Koordination Musikerziehung Schweiz KMS wird defiiniert. und mindestens ein wöchentliches Konferenzgespräch gefordert. Der Projektleiter hatte die Arbeit im Rahmen des Budgets selbständig zu organisieren. Die Medien sollten eingespannt, die Kulturministerin für das Patronat und für eine Ansprache gewonnen werden. Die lokalen Musikvereine und Schulen sollten durch Artikel in der Verbandspresse zum Mitmachen begeistert werden. Es sollten Werbeartikel wie T-Shirts und Ansteckknöpfe produziert und den lokalen Organisatoren zum Verkauf zur Verfügung gestellt werden.

Ein Zeitplan listete alle Aktivitäten auf, und an den „Meilensteinen“ Mitte Januar, Mitte Juni und September 1997 sollten die Aufträge überprüft und schliesslich die letzte Phase geplant werden.

Das Budget rechnete mit Fr. 200'000.-, es wurde mit dem BAK, der CS und der Winterthur verhan­delt, vom Fiddlefest wurden uns Fr. 80'000.- in Aussicht gestellt. Eine erste Ausschreibung im Animato ergab 110 Interessenten, denen ich in der Folge eine von mir verfasste 8-seitige einfach, aber gediegen gestaltete Informationsbroschüre zu­stellte.

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